Willkommen im Wandelgarten!
In einem Moment leuchtet noch goldenes Abendlicht, rauscht leiser Wind in den Bäumen, im nächsten Augenblick ist die blaue Stunde da - alles wird still, über allem liegt ein bläulicher Schimmer, blaue Blumen scheinen wie von innen zu glühen... das alles umsponnen von erdigem und blütenfeinem Duft garniert mit Vogelgezwitscher. So ist der Wandelgarten... auf diesem Stück Land verwirkliche ich meinen Traum von Garten.
Schau dich ruhig erst mal hier im virtuellen Garten um. Ich freue mich aber auch schon, dich irgendwann persönlich kennenzulernen!
Über den Wandelgarten
Der Garten in Raum und Zeit
In die Talsohle des Simonswäldertals eingekuschelt liegt auf ca 400 m üNN der Wandelgarten.
1767 entstand das Taglöhnerhaus, das noch heute noch als Wohnhaus dient.
In den Jahren von 1870-1903, sehr wahrscheinlich aber viel länger, bestand auf dem Gelände eine Obstbaumschule. Aus dieser Zeit stammen vermutlich die heute riesigen Walnussbäume sowie die große Tulpenmagnolie mitten im Garten.
Seit 2011 entsteht aus dem schon lange aufgegebenen Bauerngarten direkt am Haus und dem umgebenden Gelände wieder ein Garten. Hier verwirklich die Gärtnermeisterin Katharina Korinthenberg ihre Gartenideen und gibt diese gerne an interessierte Gartenbesitzer/innen und andere pflanzenbegeisterte Menschen weiter.
Das Klima
Die perfekte Mischung aus dem frischen Klima des Südschwarzwaldes (etwa Winterhärtezone 6a/b), der geschützten Tallage hinterm Kandel sowie dem lehmig-sandigen Boden lässt eine große Palette an Pflanzen gedeihen. Durch die vielen kleinräumigen Klimazonen mit ihren jeweils unterschiedlichen Gegebenheiten findet sich im Wandelgarten für jede Pflanze der perfekte Standort.
An der einzigen richtigen Südwand des Wohnhauses fruchten Aprikosenbäumchen, die eher in eine Whz 7 (mediterran) gehören, ohne Probleme, da hier auf drei (!) m² fast mediterrane Verhältnisse herrschen. Ein weiterer heikler Kandidat, der Pfirsichbaum, hat etwa sieben Kollegen seiner Art ringsum überlebt und gedeiht am einzig passenden Standort. Unter den Walnussbäumen, deren gerbsaures Falllaub jahrelang den Boden gesäuert hat, finden schattenliebende Stauden und Gehölze, die einen niedrigen pH-Wert im Boden bevorzugen, Platz. An den sonnigen Stellen befinden sich Gemüse- und Beerengarten. Und es gibt noch so viel mehr zu entdecken!
Angepasst ans alte Haus und ein paar Pflanzen, die schon seit Jahrzehnten oder gar über 100 Jahre im Garten wachsen, hat sich der Garten wild und schön entwickelt. Zig, nein hunderte, na gut, wohl bald tausend neue Pflanzen sind dazugekommen. Neue Wege und Bereiche sind entstanden und die Atmosphäre hat sich entwickelt.
Fast 100 Rosensorten, die meisten davon duftend, verleihen dem Garten an manchen Stellen einen edlen romantischen Rahmen. Aber auch schattige Bereiche sind - ohne Rosen- durch interessante Blattstrukturen und exotisch wirkende Blüten ein Hinkucker. Sonnige, schattige, versteckte und aussichtsreiche Sitzplätze lassen Gartengenuss aus jeder Perspektive zu.
Die Gestaltung des Wandelgartens
Viele verschlungene Pfade und geheime Ecken laden mittlerweile zum Entdecken ein. Anfangs noch nach dem Motto "mal hier mal da - irgendwas - irgendwie" gepflanzt, haben sich über die Jahre bewusst angelegte Gartenräume entwickelt, die stimmig zueinander gehören. Abwechslungsreiche Wege mit unterschiedlichen Belägen führen durch den Garten und hin zu ungewöhnlichen Sitzplätzen. Hinter jeder Wegbiegung entdeckt man neue Ideen. Beeteinfassungen und Mäuerle aus gebrauchten Natursteinen, alten Ziegeln oder dicken Holzstämmen bieten Lebensräume für Käfer, Eidechsen und viele andere Kleintiere. Sie halten Störenfriede wie Schnecken, Läuse und Co im Schach.
Gartenkreisläufe
Der Wandelgarten soll weitgehend aus sich selbst heraus existieren und sich selbst erhalten. Das bedeutet, daß möglichst viel Wasser, Tier- und Pflanzennahrung und "Baumaterial" direkt aus dem Garten selbst stammt.
Von den Dachflächen kann etwa 4500l Regenwasser aufgefangen werden. Mehr als genug, da außer dem Gemüse und frischgesetzten Pflanzen zielgerichtet nur Pflanzen gegossen werden, die wirklich schlappen. Durch die richtige Wahl des Pflanzenstandortes kommt das nur selten vor.
"Unkraut" wie Giersch, Vogelmiere und Gräser wird zu Kaninchen-, Hühner- und Laufentenfutter. Ein paar saftige Schnecken (diese erhalten sich auch sehr gut selbst...) fürs Geflügel dazu und fertig sind die Frühstückseier. Der Kleinviehmist, als Jauche ausgebracht oder im Kompost zu Humus verwandelt, ernährt wiederum die Bodenlebewesen, deren Ausscheidungen dann die Pflanzen ernähren.
Und zum Glück zerfallen ab und zu selbst dickstämmige Beeteinfassungen zu Humus, und weidengeflochtene Zäune werden zu Mulch...wo sollte ich denn sonst meine nächsten Ideen und das schon wieder angefallene Material unterbringen?
Einheimische Pflanzen, Zierpflanzen, mediterrane Schönheiten und seltene Sträucher, Heilkräuter, alle möglichen essbaren Früchte und Gemüse, uralte Nussbäume und an jeder senkrechten Gelegenheit mindestens eine Kletterpflanze.
Hört sich chaotisch an, ist aber schön geordnet oder kombiniert nach Standort, Verwendung oder Farbe...
Überall finden sich große und kleine Überraschungsmomente.
Stimmige, zurückhaltende "Dekoration" gibt durch klare thematische oder optische Zuordnung jedem Gartenraum den letzten Schliff.
Der Gärtneralltag
Nicht daß es die Wandelgärtnerin mal länger als ein paar Minuten auf ihren tollen Sitzgelegenheiten hielte...(außer es kommt jemand mit Kuchen zu Besuch). Zu sehr verlockt der Garten, ihn zu gestalten, zu verschönern, zu perfektionieren soweit daß möglich wäre. Zu frech gedeiht das "Un"kraut (=Hühnerfutter) und die Rosen sollte ich auch geschwind schneiden. Geschwind...86 Stück, haha. Moment... die Hühner sind wieder ausgebüxt...na wartet!! Im Vorbeirennen noch ein paar reife Beeren geschnappt, eine schlappe Hortensie von Ferne entdeckt, also doch erstmal schnell zur Regentonne. Literweise frisches Wasser, aber halt keine Gießkanne dort... Bei der Suche nach der abtrünnigen Kanne dann im Gemüsebeet die frisch angelegten Staubbäder der Hühner entdeckt. What the heck... Schaufel holen und einebnen... Weil der Weg kürzer ist, am Steintisch vorbei... ach hier könnt ich doch mal schnell die jüngst geschenkt bekommenen Platten fertig legen. Mach ich- bis mein Blick nach 3 Platten auf das Unkraut im Rosenbeet nebenan fällt...ach stimmt, die Rosen...
Und GANZ eigentlich sollt ich endlich die geplante Orangerie bauen.
Morgen. Morgen mach ich mir eine Liste und arbeite diese ab. Orangerie an erster Stelle!!
Wenn nicht ein bisschen Unkraut dazwischen kommt...
Immer wieder finden sich Zeugnisse aus der vergangenen Zeit. Hier hat tatsächlich der Maulwurf (der im Wandelgarten eine Anstellung als Drainage-Ingenieur hat) etwas abgeliefert. Ein 5-Pfennig-Stück aus dem Jahr 1900, als sich auf dem Gelände eine Obstbaumschule befand.
Bald rentiert sich eine Museumsvitrine...
Es wird natürlich durchgeblüht, keine Frage.
Im reduzierten Gartengrün der Wintermonate fallen duftende (!) Blüten, unerwartet bunte Rinde, verschnörkelte Zweige und haltbare, schön geformte Samenstände besonders auf und helfen die gärtnerische Durststrecke bis Ende Februar abzumildern.
Warum eigentlich "Wandelgarten"?
Oft wird mein Garten von Besuchern als Paradies bezeichnet. Diese Bezeichnung ehrt den Garten und mich als Gärtnerin sehr... denn was könnte in Sachen Garten ein Paradies übertreffen?
Den Garten selbst so zu nennen, fände ich dann aber doch etwas zu gewagt, erstens "muss" ich ja drin schaffen ;) und zweitens bin ich dabei definitiv nicht nackt.
Nein, es wäre mir einfach zu hochtrabend und endgültig, ihn selbst einfach "Paradiesgarten" zu nennen. In einem Paradies bräuchte man ja auch nichts mehr verschönern....
Was ich in dem Garten aber beobachten kann, ist der stete Wandel, den er vollzieht.
Innerhalb des Jahreslaufes, eines Tages oder auch innerhalb wenige Augenblicke, wenn ich nach einer neuen Pflanzung oder Umgestaltung das erste Mal den Bereich wieder betrete. Herrlich, wie man sich selbst mit sowas überraschen kann.
Und der Garten verwandelt auch die Menschen darin manchmal, macht sie geduldig, hoffnungsvoll und beruhigt ungemein. Vielen Besuchern fällt das gar nicht auf, wie sie gestresst "nur mal kurz vorbeischauen" wollen und dann eine Stunde lang oder länger lächelnd im Garten umherwandeln...
Also: wann kommst du?
Der Wandel-Garten
er verwandelt sich
wurzelt
grünt
blüht
fruchtet
er verwandelt dich
erdet
berührt
lehrt
führt
du wandelst darin
verwandt mit dem Grünen
du verwandelst dich
Sinneswandel
Klimawandel?
Zeitenwandel!
traumwandelsicher
wandelt der Garten sich mit
blüht
erdet
fruchtet
berührt
Und sonst so...?
Komm doch mal ganz unverbindlich vorbei! Bei den Veranstaltungen im Wandelgarten kannst du dir selbst ein Bild vom Garten machen!
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